Re: Bildungsfrage ? oder Internet - Das Internet verändert das Leseverhalten
internetist ja, nach meinem Verständnis, gerade die Kunst, die die neue
> “Informationskultur” mit dem erschlagenden Angebot an Information
> fordert, nämlich das Filtern der Informationen nach dem
> Wesentlichen.
>
> Wer dabei das Wesentliche (hier der Passus der 80% Reduktion des
> Aufgabenumfanges) überliest, oder schon drei Sätze vorher aufhört
> zu
> “scannen”, hat diese Fähigkeit eben (noch) nicht erlernt.
>
> Andererseits frage ich mich, wie man einen guten Roman nur
> “überfliegen” kann?! Bei einem Fachbuch (Lernbuch) ist das ja noch
> verständlich…
Das setzt aber doch eine gewisse Fähigkeit der Differenzierung voraus,
welche immer seltener zu sehen ist.
Einerseits trifft man dann die “Romanleser”, die auch ein Fachbuch
Wort-für-Wort lesen, andererseits die “Fachleser”, die mir den Inhalt
von “Die Bürgschaft” beispielsweise mit den Worten “Ein Mann wird von
der Todesstrafe begnadigt und bekommt einen neuen Freund” näherbringen
möchten.
Fachbücher erfordern eine andere Lesekultur als Gedichte, Romane etc. -
wer jedoch auf das eine oder andere verzichtet oder sich nur eine
Lesekultur aneignet, verpasst meiner Meinung nach etwas.
(Ich hoffe, ich habe die neue Rechtschreibung in angemessenem Umfange
beachtet, da ich mir bei manchen Schreibweisen betrüblichwerweise noch
nicht sicher bin - ansonsten freue ich mich immer über Beiträge, die
erkennen lassen, dass es noch Teilnehmer gibt, die sich für Grammatik
und Orthographie einsetzen und Ironie nicht für die neue Parfum-Marke
von C.K. halten…)>