Wahl per Internet wird billiger - und Tollcollect kam auch termingerecht. - Forscher: Internet-Bundestagswahlen sind…
internet Euro sind dem Herrn zuviel für eine Briefwahl, bei der man
- einen “echten” Papertrail hat (das, was man bei Diebold bemängelt
hat)
- einen Stimmzettel hat, den jeder, der wählen kann, auch seine
Stimme abgeben kann.
- Wahlhelfer, unabhänginge Wahlbeobachter etc., die Stimmen zählen
können, eine echte Kontrolle darstellen. Bei einer Online-Wahl kann
man nur noch teuer Gutachten und Gegengutachten anfertigen lassen.
- uvm.
Nun sagt doch mal, was für ein System kriegt man für unter 14 Euro /
Wahl? Das ist doch wohl eine Milchmädchenrechnung!
Da drin fehlt der sämtliche organisatorische Overhead:
- Support (meine Wahl tut nicht, wo muß ich da klicken)
- Entwicklung und Verkauf von Hard- und Software (was kostet ein
zertifizierter, sicherer Kartenleser Karte?)
- Wie kann ein unabhängiger Beobachter verifizieren, daß das System
auch wirklich bei Partei Y das X macht und nicht bei Partei X das Y?
Und was kostet so ein Audit?
- Wie bringe ich Oma bei, wie sie jetzt per PC wählt?
- Wie können Wahlbeobachter überhaupt diese Vorgänge überprüfen?
Und was ist, wenn etwas doch schiefgeht? Stimmzettel kann ich nochmal
auszählen lassen, aber wie zählt eine abgebrochene TCP-Session?
Nehmen wir mal an, am Wahlsonntag tritt auch der Wurm voteme.exe auf,
der die Rechner vieler Wähler lahmlegt. Die Wähler konnten nicht an
der Wahl teilnehmen.
Oder einer der Online-Wahlserver wird gehackt - von mir aus auch mit
dem Hardwaretool “AXT”.
Was ist, wenn mein Provider am Wahlsonntag einen Aussetzer hat? Was
ist, wenn in meinem Ort der Strom ausfällt, die Hardware abraucht,
die Software mich mit einem Bluescreen grüßt?
Muß die Wahl wiederholt werden? Was kostet das?
Werft doch mal einen Blick auf die US-Amerikanischen Wahlmaschinen:
An einigen Orten waren die Dinger nicht mit der zertifizierten SW
ausgestattet; andere sind schlicht und ergreifend ausgefallen. Die
Wahlamtsleiter konnten im letzteren Fall nur noch mit den Achseln
zucken und auf Support hoffen. Na toll!
Bislang habe ich hauptsächlich eher technische Aspekte betrachtet -
dazu kommen noch die Probleme der Mensch-Maschine-Interaktion (ja,
auch bekannt als Fehler auf der OSI/ISO-Schicht 8).
Alles in allem, halte ich elektronische Wahlen für einen Zugewinn an
Komplexität, Overhead und letztlich Fehlerquellen. Das klassische
System mit Wahlhelfern, die damit auch ein Stück Demokratie leben,
ist IMHO weit demokratischer, stabiler und sicherer.
Eure Zypresse