internetls regelmäßiger HÖRZU-Leser bin ich über die jüngste Ausgabe Heft 42
total schockiert. Dort ist ein Artikel zweieinhalb-seitger Artikel
abgedruckt,
Überschrift:
Im Internet geht der Teufel aufs Ganze
Untertitel:
Ist das weltweite Netz wirklich eine Bereicherung der Zivilisation
oder eine Falle, in der wir uns rettungslos verheddern, fragt sich
KARIN VON FABER.
Es wimmelt in diesem Artikel nur so von Plattitüden.
Ich fange mal da an zu zitieren, wo mir schon langsam der Atem
stockt.
[…]
“DIE GEISTER, DIE WIR RIEFEN…
Tante Emma, getötet von den Aldis dieser Welt. Und ich mache mit -
was bleibt mir übrig? Rationalisierung allenthalben. Wir sind es. Wir
sind die Lehrlinge des Zauberers Internet. Und die Geschichte wird
weiterentwickelt wie bei Goethe: Die Geister, die wir riefen, werden
wir nicht wieder los. Die Rationalisierungsmöglichkeiten des
Internets sind ein Übel, aber das kleinere. Schlimmer ist seine
zersetzende Wirkung: Chaos, Anarchie, Totschlagspiele, Kinderpornos,
Nazi-Bekenntnisse, Chatrooms für Sadomaso-Freunde. Kontrolle
unmöglich.Eine halbe Milliarde Menschen hockt vor dem Schirm. Das
Internet als Tamagochi, als hübsches, kleines, sinnleeres Spielzeug
für alle Altersgruppen. Auf der Strecke bleibt so ziemlich alles, was
wir bisher unter Kultur verstanden (Anmerkung von mir: Jemand hat
‘mal den Satz geprägt, dass eine Kultur ohne die Subkultur nicht
existieren kann). Theater, Musik, Philosophie, Literatur - Relikte
eines mehr und mehr überholten Selbstverständnisses, Es ist wohl
alles irgendwo auf dem Highway zu finden, aber im Netz sit die Kultur
demokratisiert (Anmerkung von mir: oh ein Lichtblick, aber …) - und
hier entpuppt sich die Demokratie als verletztlichste aller
Organisationsformen. Die Masse entscheidet (Anm. von mir: Sie hält
sich offensichtlich für was Besseres ;o), was in ist - im Klartext.
Das Niveau geht gegen Null (Anm. von mir: Gewagte Aussage). Schon
darum denkt kaum einer darüber nach, dass jede neue Technik auch ein
faustischer Pakt ist: Wir bekommen etwas Neues, aber die Rechnung
muss beglichen werden. Der Teufel geht aufs Ganze: Er will unsere
Seele (Anm. von mir: Hier hegte ich zum ersten Mal den Verdacht, dass
die Autorin manisch-depressiv ist).
Und kriegt sie auch. Längst hat uns das technische Zeitalter
verschlungen (Anm. von mir: Wohin denn zurückgehen, ins Mittelalter
mit seinen Kreuzzügen vielleicht). Werte sind von vorgestern (Anm.
von mir: *lächerlich*). Das Internet macht uns nicht schlauer auch
wenn wir das glauben. Es beschleunigt die allgemeine Verdummung.
Entlarvend, was die Rätsel-Kandidaten bei Günther Jauch so sagen
(Anm.: Es scheint wirklich eine ganz intelligente zu sein, die aber
wohl den Blick für die Wirklichkeit verloren hat oder nie besessen
hat): Das weiß ich nicht, das war vor meiner Zeit. Wir sind die erste
Generation, die sich einbildet, ganz von vorn beginnen zu dürfen. Wir
lachen über die Alten und ihr Wissen und ihre Traditionen - und
merken nicht, dass wir ruhig gestellt und dumm gehalten werden (Anm.
von mir: Hier hege ich den Verdacht, dass die Autorin einen Artikel
über das Fernsehen - eine solche Kritik hat es ja in den Sechziger
bzw. Siebziger über das Fernsehen gegeben - für das Internet
umgeschrieben hat). Mit Brot und Spielen gelang es schon im alten
Rom, die Doofen am Denken zu hindern (Anm. von mir: Komisch, von
Doofen erwartet man doch gar nicht, dass sie denken, aber sie hält
sich tatsächlich für was Besseres). Das Brot gibt es noch, die Spiele
sind virtuell.
KINDERSPIEL IM PENTAGGON
Es gehört ja auch nicht viel dazu, sich in die virtuelle Welt zu
verabschieden. Jedes Kind beherrscht die Regeln der kommerziellen
Totschieß-Spiele. Jeder Taschendieb muss geschickter sein als ein
Hacker. Um online kriminell zu werden, braucht man nur Software.
Nicht mal die feinste (Anm. von mir: Sie hat einen elitären Anspruch,
und zwar den von der gemeinen Sorte nämlich auf andere herablassend
zu wirken, dass wird sich weiter unten nochmals bestätigen).
Der 17-jährige KFZ-Lehrling aus Wien, der im Juni dieses Jahres per
Zufall in einen Rechner des Pentagon geraten war, wollte nichts
anderes als genüsslich surfen - da bauten sich auf seinem Monitor
Seiten mit den Vermerken “Top Secret” und “Majestic 12″ auf, der
höchsten militärischen Sicherheitsstufe. Er konnte die Standorte von
Raketensilos erkennen, sogar die Aufbewahrungsorte von
Atomsprengköpfen. Markus, ein harmloser Teenie, informierte
sicherheitshalber die Polizei. Und wenn ein anderer am Bildschirm
gesessen hätte?
Diese anderen gibt es. Schon zwei Monate später drangen Hacker aus
Los Angeles in Tausende von Rechnern der US-Streitkräfte ein. Wieder
ging es gut aus. In diesem Fall handelte es sich um
Sicherheitsexperten - sie demonstrierten, wie einfach es ist,
militärische Verschlüsselungstechniken zu entziffern oder
militärische Kuriere zu enttarnen.
Sogar der allmächtige Bill Gates und sein Microsoft-System wurden
schon Opfer von Computer-Kriminalität. Der “schwerste
Computer-Einbruch der Geschichte, so die “New York Times”, war von
Crackern begangen worden - im Unterschied zu Hackern, die
Sicherheitslücken lediglich offenlegen, sind Cracker richtige
Einbrecher. Ihr Angriff galt dem Quellcode, jenem Teil der
Programmieranweisungen, aus dem später Programme entstehen (Frage von
mir: Wie sieht denn der andere Teil der Programmieranweisungen
aus???). Wie groß der Schaden wirklich war, erfuhren nur Eingeweihte.
Aber der Vorfall zeigt, wie schlecht es um die Sicherheit bestellt
ist (Frage von mir: Wirklich?)
[… (Anm. von mir: Nun geht die Autorin darauf ein, Terroristen wie
Osama bin Laden könnten in Computernetze eindringen, um die
Elektrizitäts- oder Wasserversorgung, Ampelsteuerungen oder
Überwachungssysteme der Fluglotsen lahmzulegen)]
” Zitat Ende
Interessant finde ich noch folgende Textstellen:
“Das Internet ist kein Daten-Highway, auf dem geordnet in zwei
Richtungen gefahren wird, es ist ein aufgewühltes Datenmeer - und
kann uns alle verschlingen”
oder
“Und wir surfen , Flasche Cola daneben, Tüte Chips, ahnungslos in
unser Verderben. Brot und Spiele (Anm. von mir: Dieser Slogan hat es
ihr wirklich angetan).”
“Der wahre Feind ist nämlich nicht die kontrollierbare Atombombe,
sondern die ungezügelte, formlose, allgegenwärtige Bestie (Anm. von
mir: Sie meint damit die wachsende Schar der Internetbenutzer), die
sich aus dem Gedankengut der Menschheit speist, aus Bosheit,
Dummheit, Naivität und harmlosen Unfug. Frankensteins Monstrum, nur
milliardenfach gefährlicher. Eine Killermaschine (Anm. von mir: Ich
meine zu glauben, dass die Frau eine Neurose hat).”
Dann bringt die Autorin noch eine wissenschaftliche Untersuchung, bei
der Webseiten auf ziemlich triviale Art und Weise manipuliert worden
sind, und
der Internetbenutzer hat es nicht bemerkt:
“Die Benutzer surften durch Absurditäten, beantworteten die
unsinnigsten Fragen, führten die törichsten Befehle aus und begriffen
nicht mal, dass sie aufs Glatteis geführt worden waren (Anm. von mir:
Dass Menschen leicht manipuliert werden können, ist auch eine
Binsenweisheit, siehe 3. Reich, siehe Berlusconi mit seiner
Fernseh-Regierung in Italien (Artikel in der gleichen Hörzu übrigens)
und ein sehr berühmtes Experiment aus den Sechziger (?) Jahren, wo
Menschen anderen Personen, die sie nicht sahen, elektrische Schläge
erteilen mussten, weiter im Text …).
Ihr Gehirn: eingeschlafen, auf Automatik programmiert. Das Medium
genügt ihnen als Botschaft. Vermutlich freuen sie sich schon wie die
Kinder darauf, dass ihnen eines Tages 1000 Fernsehekanäle zur
Verfügung stehen werden. Obwohl sie nicht mal die vorhandenen 30
nutzen können (Anm. von mir: Na und. Die Frau hat noch nicht
verstanden, wie unsere Wirtschaft funktioniert).”
[…]
Das soll reichen. *kofpschüttel*
Meine These:
Ihr ist gekündigt worden, und sie wollte der Hörzu noch einen
Verreisser reinwürgen.
C.M.